5.33 Y a m a
The Outer Yama Dharmaraja | Der Äußere Yama Dharmaraja
22.8 x 28.8 inches | 57 x 72 cm

Yama Dharmaraja [Yama King of the law] is the sometimes buffalo-headed Lord of the Death of ancient Indian mythology, who judges the soul at the gate of hell, and whose minions come for us when our days are done. In Buddhist myth, Manjushri has brought this most fearsome god under control as a Dharma protector [Dharmapala] and us such he is a major protector deity in the Tibetan Buddhist practice. He is especially important for the Gelugpas, because of Tsong Khapa´s special association with Manjushri, the Conqueror of Yama. At to [second figure from the left] there is an image of Tsong Khapa. This identifies the work from Geluk order.

Archetype and protector deities can have outer, inner, secret, and sometimes ultimate forms. The Outer Yamaraja, with his buffalo head, is the form normally represented. He confronts outer obstacles and seeks to protect practitioners and monasteries from doughts, bandits, and other misfortune.

There is also an Inner Yamaraja, a similar form usually represented with a human-type terrific face. The true spiritual obstacles in one´s life are not outer circumstances, but inner defilements such as fear, hate, pride, and jealousy; so he inner Yamaraja is invoked to destroy them. He is an protector on and emotional, spiritual plane.

There is also the Secret Yamaraja, who works in the instinctive wellsprings of one´s being and brings correspondingly deep positive energy out from those inner realms.

Finally, there is the Ultimate Yamaraja, the encounter with death. In the moment of death the mind experiences the self as obliterated, but as it meets nothingness it sees that instead of obliteration it has reached selflessness, the inexorable web of relativity. So death is a gateway, and the mind opens to enlightement

With dark blue body lunging wildly across the back of his bull mount, Yama waves a bone-white skull-headed club and lasso. He glares into the face of his consort, the blond-haired Chamundi, who is also blue, and who straddles the haunches of the bull and Yamas left leg. She holds a trident and offers Yama a skull bowl full of demon-blood elixir.

Both have three eyes and five-skull crowns, his is topped by a fierce vajra, symbolizing his having been tamed and bound to an oath of benevolent service by Manjushri Yamantaka. The vajra and his strong, short horns stand out against his solid mass of black- and goldlined earth colored hair wafting out behind him with strangely parallel regularity. He has an enormous necklace of moist, severed heads. The skin of a spotted grey antelope covers her back.

Both are naked, but their blue bodies sparkle with the sharp slashes of delicate, threadlike, human-bone jewels. The moss green bull copulates with the stricken white body of ignorant life beneath his bellowing form

This horrific scene is intensified in its drama by a naturalistic mass of dense flame blowing behind the central configuration and by the frenzied retinue cavorting amid billowing smoky clouds and white-hot flames.

Yama Dharmaraja [Yama-König des Gesetzes] ist der manchmal büffelköpfige Herr des Todes der alten indischen Mythologie und richtet die Seelen an den Toren der Hölle; seine Günstlinge nähern sich uns in unserer Todesstunde. Im buddh. Mythos hat Manjushri diesen furchterregenden Gott unterworfen und zum Beschützer des Dharma [dharmapala] gemacht. Als solcher ist er eine bedeutende Schutzgottheit in der Praxis des tib. Buddhismus. Für die Gelugpas ist er aufgrund der besonderen Beziehung Tsongkhapas zu Manjushri, dem Bezwinger des Yama, von großer Bedeutung. Am oberen Bildrand befindet eine Abbildung Tsongkhapas, [2. von Links ] der einzigen friedvollen Gestalt in diesem Thangka. Sie kennzeichnet das Werk als der Gelug-Schule zugehörig.

Archetypische und beschützende Gottheiten können äußere, innere, geheime und manchmal höchste Formen besitzen. Die für gewöhnlich dargestellte Form ist der Äußere Yamaraja mit seinem Büffelkopf. Er tritt äußeren Hindernissen entgegen und ist bestrebt, die Praktizierenden und die Klöster vor Dürren, Räubern und anderen Schicksalsschlägen zu schützen.

Der Innere Yamaraja ist ähnlich gestaltet und gewöhnlich mit einem menschlichen, schreckenerregenden Gesicht dargestellt. Die wahren spirituellen Hindernisse im Leben sind nicht äußere Umstände, sondern innere Verunreinigungen wie Furcht, Haß, Stolz, Eifersucht; darum wird der Innere Yamaraja angerufen, diese zu zerstören: Er ist ein Beschützer auf emotionaler, spiritueller Ebene.

Zudem gibt es den Geheimen Yamaraja, der in den instinktiven Urquellen des eigenen Daseins wirkt und so eine tiefe, positive Energie aus diesen inneren Bereichen hervorbringt.

Der Höchste Yamaraja trifft auf den Tod. Im Augenblick des Todes erfährt der Geist das Selbst als ausgelöscht. In dem Moment jedoch, wo er auf das Nichts trifft, erkennt er, daß er anstelle der Auslöschung die Selbst-Losigkeit erreicht hat, das unerbittliche Geflecht der Relativität. So stellt der Tod eine Pforte dar, und der Geist öffnet sich der Erleuchtung.

Yama hat seinen dunkelblauen Körper wild über den Rücken seines Stieres gebeugt, er schwenkt eine knochenweiße, schädelköpfige Keule und eine Fangschlinge. Er starrt in das Gesicht seiner Gefährtin, der blonden Chamundi, die ebenfalls blau ist und die ihre Beine über das Gesäß des Stieres und unter Yamas linkes Bein spreizt. Beide haben drei Augen und Fünf-Schädel-Kronen; seine ist von einem scharfen Vajra gekrönt, der symbolisiert, dass er von Manjushri Yamantaka gezähmt und durch einen Eid an wohlwollende Dienste gebunden wurde.

Yamas Haar weht als dichte erdfarbene Masse mit schwarzgoldenen Linien hinter ihm mit eigenartig paralleler Gleichmäßigkeit her. Er trägt eine gewaltige Girlande aus frisch abgeschlagenen Köpfen. Die Haut einer gefleckten grauen Antilope bedeckt Chamundis Rücken. Beide sind nackt, ihre blauen Körper glitzern jedoch durch den hauchdünnen Schmuck aus menschlichen Knochen. Der Stier kopuliert mit dem unter seiner brüllenden Gestalt hingestreckten weißen Körper des unwissenden Lebens.

Diese entsetzliche Szene wird in ihrer Dramatik noch verstärkt durch das hinter den zentralen Figuren lodernde Flammenmeer und das rasende Gefolge inmitten schwellender Rauchwolken und weißglühender Flammen.


[Source: "Wisdom and compassion The sacred art of Tibet from Marylin M. Rhie and Robert A. F. Thurman , Page 108


[Quelle: "Weisheit und Liebe - 1.000 Jahre Kunst des tibetischen Buddhismus von Marylin M. Rhie and Robert A. F. Thurman", Seite 108]

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