"Kinderhilfe
Nepal" ist ein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannter
Verein, der das Ziel hat, die Schulausbildung und die Erziehung von
Kindern in Nepal zu fördern. Der Verein unterhält seit
1990 ein Kinderhaus in Kathmandu, in dem für die Verpflegung,
die Erziehung und die Aufsicht der Kinder gesorgt wird.
Der Verein arbeitet mit dem nepalesischen Verein "Nepal Association
for Children´s Care and Education" zusammen, der zu diesem
Zweck gegründet wurde. Das Projekt entstand während unseres
zweiten Besuchs in Nepal im April 1989 aus dem Wunsch der absoluten
Armut, die 60% derder nepalesischen Bevölkerung betrifft, nicht
ohnmächtig und tatenlos gegenüberzustehen, sondern eine direkte
und möglichst wirksame Hilfe zu leisten. Die meisten Kinder müssen
ab ihrem siebten Lebensjahr arbeiten, um die Familie, wenn sie eine
haben, mit zu ernähren und eine Schulausbildung kommt für
sie nicht in Frage. Erst entstand eine Tagesstätte, die sich um
neun Kinder kümmerte, die wir aus einer Teppichfabrik "entführt"
hatten. Später wohnten 60 Kinder in einem großen Haus zusammen.
Drei von ihnen sind blind und zwei schwer körperbehindert. Sie
sind Waisen oder stammen aus sehr armen Familien, die sich nie erlauben
könnten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Jetzt haben 20
Abitur und College erreicht und sind selbständig. 15 studieren
und arbeiten gleichzeitig, kriegen aber von uns noch Unterstützung,
und die 25 kleineren leben noch in einer Großfamilie zusammen,
"Children´s World", und gehen in die Schule.
Inzwischen liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in den Slums von
Kathmandu, wo wir eine Schule eröffnet, Abwasserrohre und Toiletten
gebaut haben. Vier junge Leute, die von uns großgezogen wurden,
arbeiten dort mit großem Engagement:
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Sija
Shrestha, 25, ist Schulleiterin und arbeitet gleichzeitig als Sozialarbeiterin.
Ihr kleines Büro ist der Treffpunkt aller Frauen und aller
alten Menschen mit Problemen. |
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Samjhana,
20, Hareram Chaudhary, 21 und Lisa, 22, arbeiten in der Schule als
Lehrer sowie zwei andere junge Menschen aus den Slums, die es geschafft,
haben, Ihr Abitur zu bestehen. |
Wir geben den
150 Kindern des Slums täglich eine ausgeglichene Mahlzeit und
sorgen für ihre Gesundheit und zum Teil auch für die ihrer
Mütter, die in großer Armut leben. Die meisten Männer
sind in die arabischen Emirate ausgewandert, um zu versuchen, Geld zu
verdienen, während die wenigen, die bleiben, meistens arbeitslos
sind, regelmäßig trinken und ihre Frauen schlagen. Inzwischen
haben die Frauen ein Verteidigungskomitee gebildet und patrouillieren
nachts mit Stöcken durch die engen Gassen des Slums, um dort einzugreifen,
wo es nötig ist.
Die direkt verantwortliche Personen in "Children´s World"
sind:
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Meena
Sangtang, 33 Jahre alt, die das gute Funktionieren des Hauses überwacht
und mit Kinderhilfe Nepal jeden Tag per Internet über die Sorgen
und Freuden des Projektes berichtet. |
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Sarshoti
Battharai, 38 Jahre alt, sorgt für eine einwandfreie Hygiene,
während die Köchinnen, |
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Laxmi
Takhuri, 39, und Anita Adhikari, 33, eine ausgeglichene, vitaminreiche
Kost für alle zubereiten. |
Meena verwaltet
die Gelder und macht eine seriöse und sehr genaue Buchführung.
Alle Belege und Quittungen liegen bei uns für eine regelmäßige
Kontrolle durch das Finanzamt vor.
Amrit, 25, fährt das Auto des Kinderhauses, bringt die Kinder zur
Schule und, wenn es notwendig ist, ins Krankenhaus.
Alle Kinder helfen beim Putzen des Hauses und des Küchengeschirrs
und kochen selbst am Wochenende für die ganze Großfamilie.
Das Leben in Nepal ist schwierig. Das Land liegt eingeschlossen zwischen
Indien und China und ist dadurch von ihnen abhängig. Der Tourismus,
die wichtigste Einnahmequelle, bringt großeProbleme mit sich:
z. B. die Umweltzerstörung durch das unüberlegte Trekking
in den Bergen. 90% der Bevölkerung lebt auf dem Lande. Die Männer
versuchen sich als Träger für die Touristen zu verkaufen und
die Frauen werden allein mit der spärlichen Ernte nicht fertig.
Die Inflation wächst und politische Unruhen erschweren das Leben
des Volkes. Nach zwölf Jahren Zivilkrieg herrscht ein zerbrechlicher
Frieden in Nepal. Der König mußte von jeder politischen Aktivität
zurücktreten.
Die Allianz der verschiedenen Parteien des Landes bemühen sich,
mit den maoistischen Rebellen eineRegierung zu bilden und bald Wahlen
zu organisieren. Mehr als 13.000 Menschen haben in diesem Konflikt ihr
Leben verloren. Es gibt für die Nepalesen immer noch keine Sicherheit
und der Tourismus ist stark zurückgegangen. Dadurch ist das Elend
des Volkes drastisch gewachsen.
Die staatlichen Schulen bieten keinen vernünftigen Unterricht.
Deshalb floriert eine Unmenge vonPrivatschulen unterschiedlichen Niveaus,
die ein Riesengeschäft durch die Schulgebühren machen.
Wir schicken regelmäßig Kinderkleidung nach Kathmandu und
sind allen dankbar, die uns dabei behilflich sein können. Für
die Kinder benötigen wir ständig Sommer- und Winterkleidung.
Die Kosten des ganzen Projekts in Nepal betragen monatlich etwa 4000
Euro. Informationskosten so wie die Kosten aller Besuche in Kathmandu
trägt Elisabeth Montet seit der Gründung des Vereins selbst,
und die ganze Summe des gespendeten Geldes geht an das Projekt.
Alle vier Monate schicken wir einen Informationsbrief an alle Spender,
die Ende des Jahres eine bei der Steuererklärung absetzbare Spendenquittung
bekommen.
Daueraufträge sind uns natürlich am Liebsten, da sie für
unsere Arbeit eine gewisse Sicherheit darstellen, einmalige Spenden
sind aber natürlich auch willkommen!
Herzlichen Dank im Namen "unserer" 200 Kinder an alle, die
uns bis jetzt unterstützen. Jeder, der "Children´s World"
und die Arbeit in der Lebensgemeinschaft der Slums kennenlernen will,
wird in Kathmandu mit Freude erwartet.
In der Hoffnung, durch diese Broschüre neue "Eltern"
und Freunde zu erreichen, verbleiben wir
mit herzlichen Grüßen.
Elisabeth Montet
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